Über Baden lacht die Sonne vielseitig

… und über dem baden-württembergischen Schwarzwald-Baar-Kreis auch …

Wiedergelesen: ein Artikel im Almanach 2006 des Schwarzwald-Baar-Kreises

Sonne im und über dem Schwarzwald-Baar-Kreis (um Villingen-Schwenningen, von St. Georgen bis Blumberg) war das Thema eines Artikels, der vor 20 Jahren von mir erschienen ist. Und ich habe dieses komplexe Thema so vielseitig behandelt, wie es eben meine Art ist, und so erscheint mir der Artikel auch nach dieser Zeit noch beispielhaft.
Ein zufälliger Besuch bei einem der darin vorkommenden Objekte hat mich vor ein paar Tagen wieder daran erinnert: die Solarsiedlung „Dombiosol“ in Hüfingen. ##

Während ein anderer Autor das Thema auf den Aspekt der Solarenergie beschränkt hätte oder eine andere Autorin auf die klimatischen Verhältnisse und den Tourismus, war mein Untertitel: „Die Sonne und ihre Nutzung unter meteorologischen, touristischen und energietechnisch-ökologischen Aspekten“. Das hängt schließlich alles zusammen.

Weil so ein Jahrbuch eines Landkreises der Selbstdarstellung und -vergewisserung dient, hat die Redaktion als Titel einen werbenden Vergleich darübergesetzt: „Schwarzwald und Baar – wo die Sonne länger scheint als in Meran“. ##
Auch als Autor muss man vom Stil und Inhalt her bei so einem Medium natürlich ein bisschen PR machen, was mich nicht von kritischen Anmerkungen oder Nebensätzen abgehalten hat. So habe ich über die von den Städten und Gemeinden publizierten hohen Werte der Sonnenstunden geschrieben, dabei mit vier Punkten die Methoden und Tücken der Sonnen­stunden-Statistik erklärt: Es fängt schon damit an, dass eine Lampe entweder an oder aus ist, bei der Sonne ist es aber nicht so einfach zu sagen, wann sie „an“ ist – bei Schleierwolken gilt: Wenn es erkennbaren Schatten gibt, scheint die Sonne.

Weil Wetter und Klima zu den wichtigsten Tourismusfaktoren gehören, wird dabei schon mal mit den Zahlen und Daten großzügig umgegangen, vor allem bei Rekorden und Superlativen.
Bei der Stadt Bad Dürrheim (700 m) habe ich deshalb darauf hingewiesen, dass sie mit den Zahlen der Wetterstation im Feriendorf Öfingen (ca. 850 m, damals Kachelmanns Meteomedia) wirbt, die fast immer über dem Nebel ist. Bei Bad Dürrheim hieß es damals in der Imagebroschüre (von 2000): „Mit überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden (1850 im Jahr, zum Vergleich Meran: 1720) lacht die Sonne häufiger, was die Menschen wiederum häufiger lachen lässt.“ Die Lach-Häufigkeit dort konnte ich im Rahmen der Arbeit an dem Artikel nicht vor Ort empirisch überprüfen.

Die beiden Begriffe Solarzellen (Strom) und Sonnenkollektoren (Warmwasser) werden ja oft verwechselt, sogar Journalisten kennen oft den Unterschied nicht. Deshalb habe ich auch das auf einer Zweidrittel-Seite ausführlich erklärt – mit nachvollziehbaren Beispielen; „Stellen Sie einen hellen und einen dunklen Eimer Wasser einen halben Tag lang in die Sonne, und messen Sie danach die Temperatur …“ ##

Damit sich kein Teil des badisch-württembergischen Landkreises, dessen Hauptstadt mit Villingen und Schwenningen ebenso wie der ganze Kreis ein Symbol der Länderfusion von 1952 und der Kreisreform von 1973 sind, benachteiligt fühlt, mussten die Beispiele entsprechend verteilt sein: von Königsfeld als erster „Solar-Kommune“ (mit Solar-Freibad) über Bad Dürrheim als zweite und Hüfingen als „heimliche Solar-Hauptstadt“ bis zum Projekt „Naturenergie-Wutachregion“ im Süden. Gerade bei Königsfeld und Hüfingen hat sich gezeigt, dass innovative Entwicklungen oft davon abhängen, dass engagierte Bürgermeister die Sache vorantreiben, hier Fritz Link und Anton Knapp.

Die meisten Fotos in dem Artikel waren vom Verlag, einige auch von mir (noch in der „Dia-Zeit“!), nur eines konnte ich nicht darin unterbringen: Das Thema wollte ich auch mit einem Gasthaus „zur Sonne“ illustrieren, aber das hat damals nicht geklappt. Die Kultur hätte die drei Aspekte des Untertitels zu einem Quartett erweitert! ##

Am Ende der Geschichte, die in dem Kreisjahrbuch immerhin 13 Druckseiten lang ist, bin ich weit über das Kreisgebiet hinausgegangen: „Auch bei der Solarenergie sollte das Prinzip gelten: ‚Die Sonne geht für alle auf.‘ – so die Inschrift auf einer Sonnenuhr in Saint-Véran, dem 2040 Meter hoch gelegenen Dorf auf einer Sonnenterrasse der französischen Alpen.“

Die Aufmacherseite mit dem Sonnenstunden-Titel

Sonnenstunden-Statistik …

Zwei verschiedene Technologien

Das Bürgermeister-Solarhaus in Hüfingen

Die „Sonne“, die nicht im Artikel ist
(Symbolbild aus Stein am Rhein)

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