Oktober ohne Buchmesse

Heute sollte die Frankfurter Buchmesse beginnen. Am Donnerstag wäre ich wie üblich mit dem Frühzug nach Frankfurt gefahren, um beim Empfang der Schweizer Verlage schon mal das Neueste aus dem Land der schönen Bücher zu sehen und die Leute zu treffen, die sie machen. Nach Jahrzehnten ist das der erste Oktober ohne Buchmesse. Dabei waren es immer die zufälligen Begegnungen, die den Reiz der Messe ausgemacht haben, wie letztes Jahr die ebenfalls langjährige Messebesucherin, die…

weiterlesen

Generell Generalist

Ein Kommentar zu dem Bild mit dem Schild „generell 50“, das ich vor kurzem in Facebook veröffentlicht habe, hat mich an den guten Ratschlag eines Verlegers vor bald 20 Jahren erinnert: „Bleiben Sie Generalist!“ Der damalige Verlagsleiter des Verlag Huber (Frauenfeld), Hansrudolf Frey, meinte also, ich sollte mich nicht zu eng spezialisieren.  Beim Begriff Generalist wird man in Wikipedia auf das Stichwort Universalgelehrter verwiesen, so breit gebildet wie die klassischen Vertreter dieser Art ist allerdings…

weiterlesen

Hochalp mit Gipfelbeiz und Weitsicht

Wenn ich auf einen Berg steige, hat es meistens zwei Gründe: Erstens auf einen Berg steigen, zweitens etwas über einen Berg oder das Bergrestaurant schreiben – und oft schauen, ob sich seit meinem letzten Besuch etwas geändert hat. Am Sonntag waren wir auf der Hochalp (1530 m) im Appenzeller Hinterland, südwestlich von Urnäsch. Über sie habe ich schon in meiner ersten gastronomischen Geschichte im akzent geschrieben (Restaurants über der Nebelgrenze, 3/2002), und in meinem letzten…

weiterlesen

Bodensee-Buch für Senioren

Das Bodensee-Buch, über das ich am 24. April geschrieben habe, ist gerade im Callwey Verlag erschienen – gestern sind die Belegexemplare angekommen. Die Reaktionen der ersten LeserInnen sind sehr positiv, auch auf meine Fotos und die Aufmachung des Buches . Über Facebook ist das Interesse an dem Buch schon groß. Seit Ende April hatte das Buchprojekt zahlreiche Korrekturgänge erfahren, erst nach dem Lektorat, dann nach dem Layout und schließlich die Karten, die eine besondere Herausforderung…

weiterlesen

Von Schiffen in den Bergen (Restaurantnamen)

Vor gut 30 Jahren habe ich in einem nordwestitalienischen Alpental eine einfache Unterkunft gesucht, und bei der Alternative Edelweiss oder Big Ben bin ich zu dem Albergo mit dem exotischeren Namen gegangen. Dieser hatte mich neugierig gemacht, aber die Besitzerin wusste es auch nicht genau – die Tochter ihrer Vorgängerin war wohl mal in London gewesen.  Damals gehörte die Gastronomie noch nicht zu meinen Arbeitsgebieten, aber Namen haben mich schon immer interessiert, vor allem wenn…

weiterlesen

Buchdrucker-Jubiläumsbuch

Am 1. Mai und in den letzten Tagen habe ich eine kleine Arbeit gemacht, die inhaltlich diesem Tag angemessen ist und im Grenzgebiet zwischen Arbeit und Ehrenamt liegt: meinen Beitrag zu einer 150-jährigen Geschichte der Druckergewerkschaft in Konstanz überarbeitet. Was vor knapp zwei Jahren mit der Gründung eines Festkommitees zur Vorbereitung einer Jubiläumsveranstaltung angefangen hat, ist bis heute ein ganz komplexes Projekt geworden: Aus der gewerkschaftlichen Projektgruppe wurde eine intensive Zusammenarbeit mit einem Studienprojekt mit…

weiterlesen

Bücher schreiben unter „Corona-Bedingungen“

Am Tag des Buches hatte ich die schöne Aufgabe, den ersten Umbruch eines neuen Bodensee-Buches zu sichten, BUs zu formulieren, Fotos durch bessere ersetzen, etc. Nachdem ich oft gedacht und auch gesagt habe, dass ich schon genug Bodensee-Bücher geschrieben habe, kam Mitte Januar wieder eine Anfrage: ein Bodensee-Führer für eine Generation, die für den Buchmarkt immer wichtiger wird – die aktiven über 60-Jährigen. Ich weiß ja, dass meine Texte gut sind, aber die Rückmeldungen aus…

weiterlesen

Von Musen und Inspirationen

Da ich für die nächsten Wochen mehrere kreative Projekte (zwei Bücher, Vorarbeiten für weitere und Artikel) auf dem Tisch habe, brauche ich viel Inspiration und gute Ideen.Bei den mittelalterlichen Schreibern waren es Engel, die im richtigen Moment angeflogen sind, um dem Schreiber ein Wort oder einen Satz zuzuflüstern. Auf dem Symbolbild hier diktiert der Engel dem Evangelisten Matthäus seinen Text. Da die Engel heute mit ganz anderen Aufgaben beschäftigt sind, muss man meistens selbst für…

weiterlesen

Der Karteikarten-Linguist

In der Zeitung der Migros wurde vor kurzem ein Sprachwissenschaftler portraitiert, bei dem das Foto voll das Klischeebild bestätigt: der Sprachforscher, zwischen Millionen von Karteikarten, beschäftigt sich jahrelang mit einem einzigen Wort. Solche Arbeiten sind wichtig, aber das ist nur die eine Seite – es ist mindestens ebenso wichtig, den Leuten selbst „aufs Maul zu schauen“, Feldforschung zu betreiben, zu hören wie sich die Leute in Zügen mehrsprachig unterhalten und von einer in die andere…

weiterlesen

Kleiner Rückblick auf 2019

Dieser Text hat nicht den Anspruch einer Jahresbilanz, er weist nur auf ein paar Ereignisse und Erfahrungen hin, die in diesem Jahr wichtig waren. Zuerst die (auf den ersten Blick) schlechte Nachricht: Im letzten Jahr ist von mir kein neues Buch erschienen. Aber darauf müssen natürlich die guten folgen: Das vor zwei Jahren erschienene Buch über die Schweizer Berge hat sich zu einem „Longseller“ des Midas Verlags entwickelt. Als Lektor konnte ich zu einem der…

weiterlesen