Pfingsten und das Sprachenlernen

Pfingsten ist ja in der christlichen Tradition auch das Fest der Vielsprachigkeit, weil die Jünger (und Jüngerinnen?) an diesem Tag „begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab“. (Apostelgeschichte, 2, 1-4) Ob sie die Sprachen wirklich konnten, weiß man nicht, aber es ist eine schöne Geschichte. Und sie erinnert mich an die häufig von Laien gestellte Frage, ob man als Sprachwissenschaftler mehrere Sprachen lernen bzw. können muss. Ebenso verbreitet wie die…

weiterlesen

Radtouren mit Mehrwert

Wenn mich die Teilnehmer+innen am Ende der Radtour über den Bodanrück im Café fragen, wann ich die nächste Tour leite, damit sie sich den Termin schon vormerken können, nehme ich das gerne in meine Komplimente-Sammlung auf.  Was habe ich bei der Tour gemacht, außer die Gruppe auf einer schönen Strecke durch die Landschaft des Bodanrücks zu führen und an besonderen Stellen auf das eine oder andere hinzuweisen?  Vielleicht sind es die Themen, die über die…

weiterlesen

Europa, architektonisch und kulinarisch

Wenn der akzent-Herausgeber (Markus Hotz) für den Wahl-Monat Mai das Thema „Europa“ vorgibt, erkläre ich in der Architekturrubrik Seeraum natürlich, ob es eine europäische Architektur gibt (eher nicht) und durch welche europäischen Einflüsse sich die Architektur am Bodensee entwickelt hat: von der Romanik über den Barock bis zur internationalen Moderne. Und wenn die gastronomische Redaktion meint, ich wäre der richtige Autor für das Thema „Europa-Küche“, erkläre ich in der gastronomischen Rubrik Seezunge, wie europäisch das…

weiterlesen

Katalanisch für Polyglott-Touristen

Die politische Aktualität erinnert mich an einen Artikel, der vor genau 21 Jahren erschienen ist: eine Glosse über den Polyglott-Reiseführer Barcelona, die Ende April 1998 in der Frankfurter Rundschau erschienen ist. Er hatte auf dem unteren Drittel die spanische Flagge und vorne drin auf zwei Seiten den üblichen „Langenscheidt Mini-Dolmetscher“ mit den wichtigsten Wörtern und Sätzen – ohne einen Hinweis darauf, dass diese nicht auf Spanisch, sondern auf Katalanisch sind! Damit könnten sich die Reisenden…

weiterlesen

Bücher-Bilanz am Tag des Buches

Heute ist der Welttag des Buches. Da sollen die Leute in die Buchhandlungen gehen und Bücher kaufen – und in größeren Städten wie St. Gallen gibt es ganze Veranstaltungsprogramme. Ein guter Anlass, eine kleine Bilanz meiner „Buch-Produktion“ zu ziehen: Ein Dutzend Bodensee-Bücher (genaue Zahl hängt von den Büchern ab, bei denen ich nur Koautor war) in über 25 Jahren, zuletzt das über die „101 Orte zum Verweilen“. Vier Bücher im Bereich Alpen und Berge, zuletzt…

weiterlesen

Nützliche Infos von Migros und Coop

Meine aufmerksamen Leser+innen haben es schon mitbekommen, dass die Schweizer Gratiszeitungen für meine Bücher und Artikel immer wieder nützliche Informationsquellen sind, vor allem die Wochenzeitungen von Migros und Coop.  Die beiden großen Wochenzeitungen hatten letzte Woche – ich komme meistens erst am Wochenende dazu, sie zu lesen – jeweils eine Titelgeschichte, die zu zwei meiner wichtigsten Arbeitsgebiete passt: Zum Thema „Mundart im Wandel“ wird Franz Hohler zitiert: „Eine Sprache, die sich nicht bewegt, ist tot.“…

weiterlesen

Mein einzigartiges Produkt

Beim “Unternehmerfrühstück” am letzten Donnerstag fragte die Referentin Daniela Ben Said einzelne Gäste im Publikum, wie sie erklären würden, dass ihr Produkt bzw. ihre Firma besser ist als die Konkurrenz. Nicht jede/r konnte spontan sein Alleinstellungsmerkmal nennen, es ist ja auch nicht so einfach, das kurz auf den Punkt zu bringen.   Was hätte ich auf die Frage geantwortet? Ich sage meistens zuerst, dass meine Bücher Sachbücher sind, die man auch zum Reisen benutzen kann,…

weiterlesen

Von Korrekturen und Frauen

Gestern war „Tag der gesunden Ernährung“, heute ist der „Tag der Frauen“ (könnte jeden Tag sein), an diesem Wochenende ist kein Feier- oder Gedenktag, es muss ja auch nicht jeder Tag so eine Funktion haben. Heute ist aber auch der Tag der Korrektur, genauer gesagt der „Tag des Korrekturlesens“, denn korrigieren kann man ja alles Mögliche. Das Korrigieren von Texten ist ja auch eines meiner Arbeitsgebiete, und als Korrektor+in macht man sich nicht immer nur…

weiterlesen

Von der Arbeit im Weinberg

In den letzten Wochen wurden in meiner Nachbarschaft die Reben geschnitten. Dabei geht es darum, fast alle Äste zurückzuschneiden und nur die zwei am meisten Ertrag versprechenden stehenzulassen. Das ist eine mühsame, aber auch mental beanspruchende Tätigkeit, da fast im Sekundentakt Entscheidungen getroffen werden müssen, die sich auf die Menge und die Qualität des Weines auswirken. Der Schnitt selbst wird seit einigen Jahren durch elektrische Scheren erheblich erleichtert, aber die tausendfach zu beantwortende Frage, welche…

weiterlesen

Alles hat seine Geschichte

„Du hast doch Geschichte studiert …“ oder „Sie sind ja Historiker …“  Nein, und ich musste es in den letzten Monaten immer wieder dementieren. Ich habe keinen Studienabschluss in Geschichte – aber in meinen beiden Studienfächern sind meine Interessen immer von der Gegenwart aus zurückgegangen: in der Linguistik Sprachwandel und Sprachgeschichte, in der Politikwissenschaft die Geschichte politischer Ideen und Bewegungen – und im Bereich der Sprachenpolitik das Aussterben (oder die Ausrottung) von Sprachen, wie ich…

weiterlesen