Italien: Toscana-Therapie und Bella Ciao

Die Farben dieser zwei Italien-Bücher beißen sich ein bisschen, aber sie haben beide etwas mit meinem Verhältnis zu Italien zu tun. Das vor genau zwei Monaten vorgestellte Buch über die Geschichte der konstanzerisch-italienischen Beziehungen hat mich angeregt, unter diesem Aspekt in die eigene Geschichte zu schauen. Ein paar Schlaglichter zum Thema: Meine wohl älteste Erinnerung zum deutsch-italienischen Verhältnis ist aus München, der Stadt meiner Kindheit: Da hieß es, die Münchner Autofahrer glaubten, sie könnten so…

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Rückblick und Weitsicht  

Am Neujahrstag fahre oder steige ich meistens auf einen Berg, der nicht hoch sein muss, aber Weitsichten ermöglichen sollte – dieses Mal St. Anton (1100 m) im Appenzeller Vorderland. Um den Jahreswechsel mache ich jeweils für mich auch eine Jahresbilanz, aus der ein paar Elemente für die Öffentlichkeit interessant und geeignet sind: Ausgebaut habe ich im Jahr 2023 den Tagesjournalismus: Die hiesige Heimatzeitung Südkurier hat mehrfach angefragt, ob ich zu aktuellen Veranstaltungen, Jubiläen oder zeitlosen…

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Vom Montségur zum Monte Verità

Lesung in Überlingen am 25. November 2023, „Lange Nacht der Bücher“ Die südfranzösische Ziegenglöckchen, die ich schon bei einigen Lesungen benutzt habe, um das Publikum auf den Beginn hinzuweisen, hat dieses Mal den autobiografischen Einstieg eingeläutet: Ich habe es in frühen Studienzeiten, im Anschluss an ein Schuljahr als Sprachassistent (!) bei Montpellier, auf einer Wiese am Südwesthang des Montségur gefunden. Dieser „sichere Berg“ am Übergang vom Pyrenäenvorland zu den höheren Pyrenäen war im 13. Jahrhundert…

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Leser abholen und mitnehmen

„Wenn die Literatur sich zu sehr bemüht, die Leute da abzuholen, wo sie stehen, macht sie es sich zu einfach. Sie hat ja die Aufgabe, die Leute dahin zu bringen, wo sie noch nie waren.“ Über das literarische Schreiben habe ich vor kurzem, in der Laudatio bei einer Vernissage im Kunstverein, diesen bedenkenswerten Satz gehört. Die Künstlerin ist auch durch einen Roman bekannt, deshalb ging es in diesem Kontext auch um Literatur. Darüber könnte ich…

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Magische Orte am Bodensee

Meine Lesung am Montagabend in Überlingen, veranstaltet von der Evangelischen Erwachsenenbildung Bodensee, war schon zahlenmäßig ein Erfolg: 16 Personen hatten sich angemeldet, gekommen sind mehr als doppelt so viele, es waren dann über 40 – ohne dass ich einen „Fanclub“ mobilisieren konnte, wie bei Veranstaltungen in Konstanz. Es war wohl mein bisher persönlichster Auftritt mit den „101 Bodensee-Orten“, mit einer Mischung aus Texten, Bildern und Geschichten aus meinem Leben: Ich habe beim Ort meines Morgenschwimmens…

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Die beste Zeitung der Schweiz  

Eine Überschrift muss kurz sein, damit sie prägnant ist und die vorgegebene Länge einhält. Das geht oft auf Kosten der inhaltlichen Korrektheit, und so geht es hier nicht um die beste Zeitung des Landes an sich, sondern um die beste Zeitung, die nichts kostet. In einem Land, das den Ruf hat, dass alles seinen Preis hat und dann auch noch teuer ist, kann man ja schauen, wie bestimmte Ausgaben vermieden werden können. Bei den nationalen…

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Linguistisches Stadtwandern

Als studierter (und „diplomierter“) Sprach- und Sozialwissenschaftler bewege ich mich, wenn ich irgendwo unterwegs bin, schon lange zwischen Sprachen, Soziologie und Geographie. Und jetzt erfahre ich, dass es genau in diesem Grenzbereich eine neue Forschungsrichtung gibt: „Linguistic Landscape“ (Sprachlandschaft).In Wikipedia ist es so erklärt: „… ist die Bezeichnung eines Forschungsgebiets, das sich mit der Sichtbarkeit und Wahrnehmbarkeit von schriftlicher Sprache im öffentlichen Raum beschäftigt. Mit Hilfe dieses Konzeptes kann untersucht werden, wie sich die Verwendung…

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Vom Manneken Pis zum Okzitanischen

Was verbindet die Städte Brüssel, Lacaune und Osnabrück? Auf einer italienischen Architektur-Website (in der englischen Version) über Kunstwerke im öffentlichen Raum, die zu Wahrzeichen ihrer Städte geworden sind, habe ich in einer Mußestunde eines nach dem anderen angeschaut und bin dabei von der Freiheitsstatue in New York über die Brunnenskulpturen vor dem Centre Georges Pompidou in Paris bis zum Manneken Pis in Brüssel gekommen. Gerade bei diesem wollte ich mal mehr wissen, habe in Wikipedia…

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Frankophilie, Helvetophilie und mehr

In den nächsten Monaten habe ich mehrere Schweiz-Projekte auf dem Tisch, was zu mehr Vermutungen oder Fragen führen könnte: Ich gelte ja schon als Schweiz-Experte, aber bin ich auch „Schweiz-Fan“ oder gar „helvetophil“, wie es vor drei Jahren vermutet wurde? Wie bei der Frankophilie antworte ich üblicherweise auf solche Fragen mit: „Nein, dafür kenne ich das Land zu gut!“ Von der Frankophilie distanziere ich mich oft mit der Definition: Frankophil sind die Leute, die nicht…

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FĂĽnf Jahre Schweizer Berge

Je mehr ich veröffentliche, desto mehr Jubiläen gibt es, große und kleine.Vor fünf Jahren (und ein paar Wochen) ist im Midas Verlag das Buch über die wichtigsten Berge der Schweiz – wie ich es meistens erkläre – erschienen. Bei Bergen gilt ja für ihre Bedeutung das Prinzip „size doesn’t matter“, so dass die meisten Berge, die in dem Buch beschrieben sind, niedriger als die auf dem Bild gezeigten sind: Der Alvier (2343 m) ist nur…

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